BILLIG: KOMMT TEURER – Die Kampagne des DGB Sachsen für ein neues Vergabegesetz
Wer hat sich nicht schon mal darüber aufgeregt, dass das Schnäppchen aus dem Supermarkt nach kurzer Zeit auch schon wieder kaputt war. Und das natürlich niemand etwas umtauscht oder zurücknimmt: „Bei Aktionsware gibt es bei uns keinen Umtausch.“ Der Volksmund sagt dann: „Einmal gekauft, zweimal bezahlt!“ Genau daran will die DGB-Kampagne für ein modernes Vergabegesetz mit fairen Bedingungen für die öffentliche Auftragsvergabe anknüpfen. Überall gibt es Beispiele dafür, dass öffentliche Aufträge an den billigsten Anbieter gehen und die Gesellschaft die Kosten dafür zahlen muss. So wie beim Dach der Dresdner Eishalle, wo offensichtlich unsauber gearbeitet wurde, die Firma bald darauf pleite ging und jetzt die Stadt Dresden die Kosten für die Sanierung des maroden Daches zu tragen hat.
Sechs Bildmotive sollen unterschiedliche Bereiche zeigen, in denen öffentliche Aufträge eine wesentliche Rolle spielen. Da ist natürlich der Bau, der ganz wesentlich von den Aufträgen der Städte und Gemeinden abhängig ist. Aber auch in der Gebäudereinigung oder bei anderen Dienstleistungen haben Städte und Gemeinden eine wichtige Rolle mit ihren Aufträgen. Und dann gibt es eben auch Unternehmer, die gnadenlos darauf setzen, dass ihre Leute einen Hungerlohn bekommen und dann auch noch eine Aufstockung vom Amt beantragen müssen. Manche Unternehmer haben davon die Nase voll und beteiligen sich nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen.
Mit der Kampagne will der DGB Sachsen die Politiker im Sächsischen Landtag erreichen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sollen merken, dass ein vermeintlich trockenes Thema wie das Vergabegesetz Einfluss auf ihre Arbeits- und Lebensbedingungen haben kann. Deshalb wollen die Gewerkschaften neben vielen Gesprächen mit Parlamentariern auch direkt auf den Straßen und Marktplätzen präsent sein. Eine Tour im Juni und dann nach der Sommerpause im September/Oktober soll durch die Städte und Gemeinden Sachsen führen. Dabei werden Unterschriften gesammelt und den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben „Gesicht zu zeigen“. Dort soll aber auch das Gespräch mit den Lokalpolitikern gesucht werden. Auch bei ihnen muss das Verständnis dafür wachsen, dass bei öffentlichen Aufträgen durch Einhaltung von tariflichen Bedingungen, sozialen und ökologischen Kriterien für die ganze Gesellschaft ein Mehrwert entsteht.
Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter www.billig-kommt-teurer.de oder www.facebook.com/BilligKommtTeurer.










