A l l i a n z
SACHSEN KAUFT FAIR
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Macht mit!

25. August 2009 (bastian.schmidt)

Neulich auf dem Kirchenvorstandstag in Dresden:

A: Mensch, ich hab einen Bericht gesehen über fairen Handel. Einfach faire Preise für alle Produkte zahlen weltweit und es gäbe keine Armut mehr und keine Entwicklungsländer. Zum Beispiel die Kaffeekooparativen in Mexiko: Von dem fairen Kaffee profitiert ja nicht nur der Bauer sondern ein ganzes Dorf. Von den paar Cent mehr bauen die Krankenstationen, Schulen und sogar ein Kulturzentrum. Wollen wir nicht fairen Kaffee auch bei uns in der Gemeinde anbieten? So teuer soll der gar nicht sein.

B: Ach, du weißt doch wie es um unsere Kasse steht. Außerdem schmeckt der Melitta doch so gut. Ich hab mal gehört, dass die fairen Kaffees gar nicht zu normalen Kaffeemaschinen passen.

A: …oder Grabsteine, da gab es doch jetzt diesen Bericht im Fernsehen, dass die alle aus Indien sein sollen und schon 9 jährige dort unsere Grabsteine herstellen und dann wegen dem Steinstaub mit 30 Jahren schon fertig sind, nicht mehr arbeiten können und kranke Lungen haben.

B: Wir können von hier aber nicht die ganze Welt retten. Kinderarbeit gibt es da unten doch so oder so. Und wenn sie nicht in der Steinmine arbeiten, dann arbeiten sie halt woanders. Vielleicht noch was viel Schlimmeres. Prostitution! Schlag dir mal die Flausen aus dem Kopf.

A: …aber irgend jemand muss doch anfangen, mal was zu verändern. Wenn jeder immer nur wartet, bis jemand anders was tut oder bis es eine weltweite Lösung gibt, dann passiert gar nix. Zum Beispiel sollten wir als Gemeinde auch aufpassen, was die Banken mit unseren Geld machen. Wir können doch nicht am Sonntag den Weltfrieden predigen und am Montag auf das Konto der Deutschen Bank einzahlen, die dann damit in ihrem EADS Rüstungskonzern Waffen und Landminen herstellt.

B: Na du willst doch auch Zinsen auf deinem Konto sehen, oder? Außerdem, weißt du denn, was die anderen Banken oder oikokredit mit ihrem Geld machen?

A: Also ich finde, bei uns gehört unser ganzen Handeln im Alltag als Gemeinde mal gehörig auf den Prüfstand. Was wir einkaufen für unsere Kirche und all die Veranstaltungen, wo wir unser Geld haben, wo wir unseren Strom beziehen und und und…. Ich hab von der Kampagne “Sachsen kauft fair!” hier in Sachsen gehört, die sagt, dass ist alles gar nicht so teuer und mit vertretbarem Aufwand auch für Organisationen wie uns machbar.

B:Ich frage mich nur, wenn das alles so wichtig und eventuell so einfach ist, warum es dann nicht mehr Leute, Gemeinden oder gar der Staat machen?

A: Das frag ich mich auch!

aufgezeichnet von Ronny Keydel