Natursteine
Leitfaden – Neuerscheinung:
Die Südwind-Agentur in Wien gibt die Broschüre “Den Stein ins Rollen bringen. Arbeitsbedingungen in der Steinproduktion und sozial faire Beschaffung” heraus. Dort wird die Arbeit der Arbeitsgruppe Nachhaltiger Naturstein (WGDN) vorgestellt. Dies ist eine Multistakeholderinitiative (Zusammenschluss verschiedener Interessengruppen) von Steinimporteuren, Steinmetzen und zivilgesellschaftlichen Organisationen mit dem Ziel faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Menschenrechte in der Steinproduktion durchzusetzen.
_____________________________________________________
Pressemitteilung: Natursteine – wie können Kommunen fair einkaufen?
Natursteine – einer der beliebtesten Werkstoffe im Garten- und Landschaftsbau, in der Denkmalpflege und in der Fassadengestaltung. Und auch bei der Pflasterung rund um Kirchen wieder Dresdener Kreuzkirche, wo Natursteinplatten aus chinesischem Import zu ‘Steinen des Anstoßes’ wurden. Die Stadt Dresden hatte beschlossen, beim Einkauf auf grundlegende Menschenrechte bei der Arbeit wie dem Verbot von Kinderarbeit zu achten. Der Fall der Pflastersteine bei der Kreuzkirche zeigte jedoch: Die Stadt wusste nicht, wie sie den eigenen Beschluss umsetzen sollte. Oder fehlt es an politischem Willen? Ähnlich in Chemnitz: Als der Stadtrat anfragte, wie die Stadt den entsprechenden Beschluss konkret im Falle von Steinen umsetzt, fiel die Antwort dürftig aus.
Beim Abbau von Natursteinen v.a. in Indien ist nicht nur extrem ausbeuterische Kinderarbeit virulent. Auch Schuldknechtschaft, überlange Arbeitszeiten, dramatische Gesundheitsgefahren und Hungerlöhne sind verbreitet. Über eine Million Menschen schuften in indischen Steinbrüchen – und zerbrechen daran.
Kommunen können daran sehr viel ändern, einfach indem sie verantwortlich einkaufen, nachfragen – z.B. nach einer unabhängigen Kontrolle von Menschenrechten, die ihre Lieferanten vorweisen sollten. Städte müssen sich dabei nicht auf nichtssagende Bietererklärungen verlassen. Kontrolle ist möglich! Sie wird von der niederländischen Arbeitsgruppe nachhaltiger Naturstein (WGDN) beispielsweise unabhängig und fundiert durchgeführt. WGDN setzt sich europaweit gemeinsam mit Unternehmen, Regierungen und der Zivilgesellschaft für eine Verbesserung der Lage der ArbeiterInnen in den Steinbrüchen und in der Steinverarbeitung ein.
„Die Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten in den Steinbrüchen kann relativ rasch gelindert werden – daran arbeitet WGDN gemeinsam mit den Betrieben in Indien und China“ so Frans Papma von der WGDN. „Wir wissen, dass nicht alle Probleme über Nacht gelöst werden können, aber wenn die Importeure hier mit den Zulieferern dort zusammenarbeiten, werden nachhaltig faire Arbeitsbedingungen möglich“, ist Papma überzeugt.
„Dass Kommunen ihre Verantwortung und ihre Macht als VerbraucherIn wahrnehmen, um nicht von dramatischen Rechtsverstößen wie denen in der Steinproduktion zu profitieren, dafür setzt sich die Initiative SACHSEN KAUFT FAIR in einem europäischen Verbund von Menschenrechtsorganisationen ein“, erklärt Bettina Musiolek, Koordinatorin von SACHSEN KAUFT FAIR.
Infos zu WGDN:
www.duurzamenatuursteen.nl/en/page/home_en
Fotomaterial zum Downloaden:
www.fairebeschaffung.at/de/presse/steine-und-soziale-fairness




